23 May 2018    
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Norddeutsche Vereinsmeisterschaften (U12) 2017

 

Unser Vierer in der U12 (Minh Dat, Max R., Kjell und Onur) erkämpfte sich bei den Landesvereinsmeisterschaften den 2. Platz und damit die Qualifikation zur Teilnahme an den Norddeutschen Vereinsmeisterschaften 2017. Diese finden schon seit vielen Jahren für die U12 und U14 in Magdeburg statt. Zur Erinnerung: vor 5 Jahren waren wir mit Daniel Kopylov, Robert und Sören Priemer und Amina Leib schon einmal dabei. Leider konnte Onur nicht mitfahren und so ergänzte Hanna die Mannschaft, für die es ein schweres Turnier werden würde, da sie noch viel jünger als die anderen ist.

 

Gleich in der 1. Schulwoche war es dann so weit. Am Mittwoch fuhren wir nach Magdeburg, weil die 1. Runde am Donnerstagmorgen bereits um 8:30 begann. Gewohnt haben wir in der Jugendherberge, die sehr nahe am Hauptbahnhof gelegen ist; gespielt wurde im Probsteipfarrhaus, das nur 5 Gehminuten entfernt liegt.

 

Leider fiel eine Mannschaft aus, so dass nur 17 Mannschaften antraten und es das ungeliebte Freilos gab. Wir waren an Platz 14 gesetzt und unser Ziel sollte ein Platz zwischen 10 und 13 und/oder eine bessere Platzierung als die Lübecker sein (Startplatz 9), die bekanntlich die Landesvereinsmeisterschaft in SH gewonnen hatten.

 

Am 1. Tag gab es in der Auftaktrunde gegen Torgelow mit 0:4 die Höchststrafe. Hanna spielte viel zu schnell, Minh Dat und Kjell stellten beide ohne Not einen Bauern ein und verloren alsbald. Einzig Max hatte eine gute Stellung mit Mehrbauern. Leider verlor er dennoch, hat aber 3,5 Stunden toll gekämpft. Am Nachmittag gegen Stade lief es besser. Hanna verlor wieder viel zu schnell. Dann folgten Minh Dat und Max mit schön herausgespielten Siegen. Es keimte Hoffnung auf einen Sieg, denn Kjell hatte einen Läufer mehr. Leider versäumte er, diesen ins Spiel zu bringen (der stand als besserer Bauer auf a3 und tat nichts). Dann stellte Kjell bei seinen Gewinnversuchen leider einen Turm ein und verlor sogar noch. Schade, er hat gar nicht daran gedacht, mal Remis zu bieten, obwohl er wusste, dass wir 2:1 führen. Schon auf der vierstündigen Hinfahrt spielten die Jungs fleißig auf ihren elektronischen Geräten, u.a. Clash Royale. Das wurde dann so meistens ziemlich laut. Dies ging dann abends auf dem Zimmer weiter, und wenn ich nicht gewusst hätte, dass es “meine“ Jungs sind, dann hätte ich gedacht, sie kommen von einem anderen Stern, da sie sich nur mir völlig fremde Begriffe an den Kopf warfen und ich kein einziges Wort verstand. Irgendwann wurde mir das zu bunt und ich habe die elektronischen Geräte eingesammelt. Unter anfänglichem Protest erfolgte dies auch an den weiteren Abenden. So kam u.a. die Frage "Was sollen wir jetzt machen?" Aber da gab es ja z.B. noch die Tischtennisplatte im Keller und bei einigen Gegnern fand ich Partien, so dass wir uns etwas vorbereiten konnten.

 

Am 2. Tag war in der Vormittagsrunde der SK Johanneum Eppendorf aus Hamburg unser Gegner. Hanna verlor leider wieder als Erste, da sie wieder zu schnell gespielt hatte. Minh Dat wollte beim Stande von 0:1 Remis machen, was ich 2x ablehnte, weil er damit die Verantwortung, wenigstens weitere 1,5 Punkte zu holen (für ein Mannschafts-Remis), auf Max und Kjell abgelegt hätte. Dann hat er, ohne mich zu fragen, trotzdem einfach Remis gemacht. Ich glaube, die Freundschaft zu seinem Hamburger Gegner war ihm wichtiger, wofür er sich von mir entsprechend scharfe Worte anhören durfte. Max und Kjell haben lange und toll gekämpft und sich in ihre Stellungen reingekniet. Max hat leider verloren (im 40. Zug auf Zeit, aber die Stellung war auch schon schlecht) und Kjell hat heute mit Mehrfigur gewonnen und war dementsprechend glücklich. Insgesamt also knapp verloren. Bei Kjell hatte ich das Gefühl, dass er nach dem Trainingsrückstand der letzten Wochen endlich ins Turnier gefunden hatte. Damit waren wir für den Nachmittag die Kandidaten für das Freilos, das wir auch bekamen. Den Nachmittag verbrachten wir nicht nur in der Jugendherberge, auch wenn die Jungs das gern so gehabt hätten (auf dem Bett liegen und chillen). So drehten wir eine Runde durch die Stadt, damit alle wenigstens sagen können, sie haben mal den Magdeburger Dom und das Hundertwasserhaus gesehen. Danach waren wir noch Eis essen.

 

Am 3. Tag war in der Vormittagsrunde die Mannschaft aus Falkenberg unser Gegner. Dies sollte nun endlich ein Sieg werden. Aber meistens kommt es anders, als man denkt. Hanna verlor leider wieder, aber sie spielte dieses Mal langsamer. Leider ließ sie einen Springer auf h5 stehen, der da eigentlich gar nicht hin gehörte. Alle 3 Jungs waren ihren Gegnern nominell klar überlegen, aber nur durch eine höhere DWZ allein hat noch niemand eine Partie gewonnen. Minh Dat und Max gewannen ihre Partien. Während Max nach der Partie fragte, ob es das „Mega-Gambit“ gibt, weil seine Gegnerin in der Eröffnung 3 Bauern einstellte, hatte Minh Dat eine Menge Glück, denn seine Gegnerin übersah einen einzügigen Figurengewinn. Also lag es wieder an Kjell, den Sack zuzubinden. Als ich seine Stellung betrachtete, hatte er ein Turmendspiel mit 2 Mehrbauern (je einen an jedem Flügel) auf dem Brett, was sicherlich nicht einfach zu gewinnen war. Als er einen Freibauern bilden wollte, übersah er leider ein Zwischenschach und es kostete ihn sofort den ganzen Turm, schade, schade. Endstand 2:2. In der Nachmittagsrunde war TuS Varrel unser Gegner; die Mannschaft spielte nur mit 3 Spielern, so dass Hanna schon einen kampflosen Punkt bekam. Das Ziel war wiederum ein Sieg und den nicht ernst gemeinten Spruch der Jungs („Da können wir ja alle remis machen.“) lehnte ich natürlich ab. Minh Dat hatte als Einziger einen leicht besseren Gegner und bekam von mir die „Erlaubnis“ für ein Remis ohne Nachfrage, sobald wir den 2. Sieg eingefahren hatten. Leider war er dann schon der Erste, der fertig war und verloren hatte, weil er zweizügig eine Figur eingestellt hatte. Max‘ Gegner hatte keine Ahnung vom Königsgambit (3. … f6??), was er ziemlich misshandelte und Max keine Mühe hatte, den ganzen Punkt einzufahren. Kjells Endspiel sah auf den ersten Blick etwas schwierig aus. Er hatte einen Bauern mehr, dafür aber 2 schlecht stehende Figuren. Leider fand er den einzigen Zug, der ihn nicht eine Figur kostete nicht und verlor. Beim Nachspielen der Partie kam mir das Gruseln: der Gegner spielte mit Weiß im Sizilianer auf Schäfermatt (!), hatte schon den Bauern g4 (!) eingestellt, nach 9 Zügen schon 4x die Dame gezogen und Kjell sah eine 2zügige Kombi mit Figurengewinn nicht. In der Analyse sah er sie nach einem Hinweis von mir bereits nach 30 Sekunden, was wieder einmal zeigt, dass alle immer ein bisschen zu schnell spielen. Wieder sehr schade, nur 2:2 und unser erster Sieg ließ immer noch auf sich warten. Mit einem Sieg in der morgigen Abschlussrunde könnten wir unser Ziel noch erreichen; derzeit lagen wir auf Platz 14.

 

Am 4. und letzten Tag wollten wir nun endlich einmal gewinnen. Hanna war als Erste fertig, ihr Gegner war nicht so stark und ließ auch Material herumstehen. Im Gegensatz zu Hanna sammelte er allerdings Hannas Figuren ein und gewann. Danach gewann Max, der ein bisschen "kneten" musste. Plötzlich kam Kjell und war ziemlich sauer auf sich. Er hatte einen ungültigen Zug gemacht, der dem Gegner 2 Minuten Zeitgutschrift bescherte (der Schiri stand gerade zufällig am Brett). Danach musste Kjell den berührten Bauern ziehen und die Stellung brach zusammen (war aber schon schlecht). Also lag es an Minh Dat, uns einen Mannschaftspunkt zu sichern. Es sah auch ganz gut aus, denn er hatte im Springerendspiel 3 verbundene Freibauern gegen einen Randbauern. Nach einer Ungenauigkeit verlor er einen Bauern und es war eigentlich schon remis. Zum Glück unterlief dem Gegner dann ein weiterer Fehler, denn er wickelte ins Bauernendspiel ab, was dann klar verloren war. Also ein glückliches Gesamt-Remis, aber wieder kein Sieg!

 

Am Ende stehen wir mit 6:8 Mannschaftspunkten gar nicht so schlecht da, belegten aber trotzdem nur den 15 Platz.. Also haben wir unser Ziel knapp verfehlt. Ebenso das 2. Ziel: die Lübecker landeten ebenso mit 6:8 Punkten vor uns, hatten 1,5 Brettpunkte mehr und belegten Platz 11. Die Brettpunkte zählten aber gar nicht für die Zweitwertung, sondern die Sonneborn-Berger-Wertung, die anders als sonst berechnet wurde (angeblich als Produkt der Punkte der Gegner und der Punkte des Wettkampfes - ich habe es nicht nachgerechnet).

 

Insgesamt waren Minh Dat und Max die "Retter" der Punkte, wobei Max das beste Schach von allen spielte und als Einziger ein DWZ-Plus erspielte. Ich denke, es hat allen 4 großen Spaß gemacht, bei so einem Turnier dabei sein zu können.

 

Die Heimfahrt verlief ganz gut, nur der letzte Zug (EC aus Prag) hatte etwas Verspätung und so kamen wir am Sonntagabend gegen 20:00 wieder in Neumünster an.

 

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Britta

 

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